Europäisches Jahr zur Freiwilligenkeit - Rückblick und Weiterarbeit

 

Jedem Jahr gibt die Europäische Union einen europaweiten Schwerpunkt. Das Jahr 2011 war das Europäische Jahr 2011 zur Freiwilligentätigkeit und aktiven Bürgerschaft. Deshalb hatte sich im Niedersachsen-Ring – dem Zusammenschluss aller Organisationen in der Freiwilligenarbeit in Niedersachsen - schon im November 2009 eine Arbeitsgruppe gebildet, die in 2010 den Rahmen für Veranstaltungen in Niedersachsen entwickelt hat: zwei landeszentrale Veranstaltungen und weitere sog. regionale Veranstaltungen.

 

Alle Veranstaltungen folgten den vier europaweiten Zielen.

Im Europäischen Jahr zur Freiwilligentätigkeit sollen

ü     günstige Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement in der Europäischen Union geschaffen werden,

ü     die Potenziale der Organisationen von Freiwilligentätigkeit gestärkt und damit die Qualität des freiwilligen Engagements verbessert werden,

ü     Freiwilligentätigkeit anerkannt werden,

ü     die Menschen für den Wert und die Bedeutung von freiwilligem Engagement als Ausdruck einer aktiven Bürgerschaft sensibilisiert werden.

 

An der landeszentralen Auftaktveranstaltung am 19.03.2011 war die LAG FW durch ihren Vorsitzenden, Herrn Dr. Künkel, vertreten und an der inhaltlichen Diskussion während der Nachmittagstagung beteiligt. Er hat auf die notwendigen Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement einschließlich der hauptamtlichen Unterstützung hingewiesen. Die Abschlusstagung fand am 18.11.2011 in Oldenburg statt.

 

Dazwischen wurden von unterschiedlichen Trägern die sog. regionalen Veranstaltungen durchgeführt:

 

Ø     Tagung im Ludwig-Windhorst-Haus in Lingen am 28.05.2011 gemeinsam mit einer niederländischen Kommune zum demographischen Wandel und den Auswirkungen auf das ehrenamtliche Engagement im dörflichen Leben in Deutschland und den Niederlanden. Die Beispiele aus dem dörflichen Vereinsleben war so anregend, dass die Tagung in den Niederlanden eine Fortsetzung fand.

 

Ø     Tagung am 18.06.2011 in der Landvolkhochschule Oesede - getragen von unterschiedlichen Verbänden, Vereinen und Institutionen aus dem Bereich Weser-Ems - zum ehrenamtlichen Engagement bei bzw. mit benachteiligten Menschen. Hier waren die vorgestellten Projekte für die Teilnehmenden Anregung für weiteres Engagement.

 

Ø     Tagung im Stadtteilzentrum KroKuS in Hannover am 29.10.2011 – von der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligenagenturen, der Freiwilligenakademie Niedersachsen, der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Diözesancaritasverband Hildesheim, den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten und dem Stadtteilzentrum KroKuS – mit dem Titel „grenzenlos freiwillig“ Gesellschaftliche Teilhabe durch Bürgerschaftliches Engagement - Potentiale und Perspektiven Bürgerschaftlichen Engagements in benachteiligten Stadtgebieten“. Zentrale Ziele waren hier, die unterschiedlichen Akteure von Freiwilligenagenturen und Stadtteilarbeit zusammen zu bringen sowie die Chancen für die Arbeit in benachteiligten Gebieten heraus zu arbeiten. Hier zeigte sich, welche Bereicherung das vorher durchgeführte Workcamp für Bewohner/innen der Stadtteile sowie für die internationalen Teilnehmer/innen war. Bekräftigt wurde während der Tagung erneut die Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtliche sowie die Forderung nach einer verlässlichen, dauerhaften Förderung der Infrastruktur für das bürgerschaftliche Engagement.

 

Ø     Tagung der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen am 12.10.20111 im Diakonischen Werk der Landeskirche Hannover zu den Veränderungen im bürgerschaftlichen Engagement durch die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes. Als Fazit dieser Fachdiskussion konnte festgestellt werden, dass der Bundesfreiwilligendienst eher eine Ergänzung als eine Konkurrenz zum Ehrenamt darstellt. Als politische Forderungen sind eine grundlegende und dauerhafte finanzielle Ausstattung der Unterstützungsstrukturen im Ehrenamt formuliert und veröffentlicht worden. Dazu gehörte die Forderung nach einer umgehenden Evaluierung des Bundesfreiwilligendienstes, auch um eine Trennung zwischen Freiwilligendiensten und dem Ehrenamt deutlich zu machen.

 

Weiterarbeit in 2012

 

1. Im Jahr 2011 wurde außerdem im Niedersachsen-Ring die landesspezifische Auswertung des Freiwilligensurvey 2009 diskutiert. Alle Organisationen wurden aufgefordert eine Stellungnahme zu erarbeiten, um weitere Maßnahmen und Forderungen zu beschreiben. Die abgegebenen Stellungnahmen sind die Grundlage für eine Positionierung des Niedersachsen-Rings auf seiner ersten Sitzung in 2012. Wesentliche Elemente der LAG FW-Stellungnahme sind - der gesamte Text ist in der Geschäftsstelle erhältlich:

ü     Die flächendeckende Installierung von Freiwilligenkoordinatoren/-innen in Niedersachsen in den Diensten, Einrichtungen, Verbänden und Institutionen, ebenso wie die Bereitstellung von Fort- und Weiterbildungsangeboten im Rahmen einer Anerkennungskultur, um die Attraktivität der Freiwilligentätigkeit zu steigern.

ü     Das Interesse bei jüngeren Menschen, sich freiwillig zu engagieren, z.B. durch Veranstaltungen an Schulen in Kooperation mit Trägerorganisationen der Zivilgesellschaft zu wecken.

ü     Die Förderung der Freiwilligentätigkeit bei Frauen und die thematische Erweiterung ihres Engagements u.a. durch die Entlastung von anderen Aufgabenstellungen z.B. im Rahmen der Familienarbeit und die Anerkennung von Engagementzeiten bei Rentenanwartschaften und bei Bewerbungen.

ü     In Bezug auf die „materielle Frage“ die grundsätzliche Gewährleistung des Auslagenersatzes in allen Angeboten mit freiwilligem Engagement zu sichern, sowie klare Regelungen hinsichtlich einer „Vergütung“ insbesondere im Hinblick auf das Lohnabstandsgebot zum „Niedriglohnsektor“ zu treffen.

ü     Durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, das Thema Freiwilligenengagement im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern.

 

2. Die Klosterkammer startet 2012 unter dem Titel ehrenWert die gezielte Förderung der Qualifizierung von Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit den Trägern der Freiwilligenakademie Niedersachsen